ab 1933 aktiv

ab 1933 aktiv

Alle hier aufgeführten Personen, ob Schauspieler, Musiker, Schriftsteller, Sänger, Kabarettist – alle die auf Rosskarten oder verwandten Verlagen als Autogrammkarte veröffentlicht wurden – sind zum Jahresbeginn 1933 aktiv in der Kulturszene Deutschlands aktiv. Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933 ändert sich die Situation für diese Personen in den Grenzen Deutschlands. Spätestens nach der Reichstagsbrandverordnung (Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat) vom 28. Februar 1933, dem Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 und dem Reichskulturkammergesetz, verkündet am 22. September 1933, ändert sich alles.

Gerade noch waren zum Beispiel Otto Wallburg und Magda Schneider Partner im Film „Marion, das gehört sich nicht“, dessen Uraufführung am 15 Februar 1933 stattfand. Danach endet die deutsche Karriere von Otto Wallburg durch Berufsverbot, später wird er in Auschwitz ermordet. Magda Schneider, die Mutter der späteren Schauspielerin Romy Schneider wird dagegen eine Nähe zu Adolf Hitler nachgesagt. Ein Sachverhalt, den ich bis heute schwer nachvollziehen kann, jedoch typisch zu sein scheint.

Ebenso die Arbeitsbeziehung zwischen Oskar Karlweis und Johannes Riemann. Beide spielen zusammen in „Die Herrn vom Maxim“, uraufgeführt am 1. Januar 1933. Karlweiss erhält als Jude Arbeitsverbot und geht ins Exil, Johannes Riemann tritt in die Partei ein, wird Staatsschauspieler und tritt während der Truppenbetreuung 1944 bei Bunten Abenden im Vernichtungslager Auschwitz auf.

Zwei völlig konträre Lebensläufe, wie es sie zu hunderten, tausenden ab 1933 in Deutschland gibt. 1933 ist ein einschneidendes Jahr.