Siegel Ralph Maria

Ralph Maria Siegel (* 8. Juni 1911 in München; † 2. August 1972 ebenda, eigentlich Rudolf Maria Siegel) war ein deutscher Komponist, Liedtexter, Musikverleger, Schriftsteller und Sänger (Tenor).

Leben

Ralph Maria Siegel war ein Sohn des Juristen und Komponisten Rudolf Siegel. Er studierte Musik in Köln, Florenz, Rom und Berlin. Zu seinen Lehrern gehörte unter anderem Ernst Toch, daneben erhielt er Gesangsunterricht.

Er begann seine künstlerische Laufbahn als Operettentenor und sang in Berlin am Metropoltheater und im Admiralspalast. In den 1930er Jahren war er außerdem Aufsichtsratsmitglied der GEMA und einer der Verantwortlichen für das Verbot der freien Verbreitung von Notenblättern beziehungsweise für die Limitierung auf 250 Freiexemplare. Mit seinem Schlagerprogramm bediente er außerdem nicht unwesentlich die völkisch-kulturpolitische Ästhetik des Nationalsozialismus. Leichte Musik mit unterhaltsamen Texten sollten das Publikum durch die Kriegsjahre begleiten, indem der emotionale Zusammenhalt der Bevölkerung auf subtile Weise durch die scheinbar heile Welt künstlerischer Leichtigkeit beschworen wurde. Neben den von ihm verfassten, gewollt banalen Schlagertexten diskreditierte Siegel gelegentlich auch ganz bewusst andere zeitgenössische Musikstile als „Entartete Kunst“. So reimte er beispielsweise in seinem musikalischen ABC unter dem rassistischen Stichwort des sogenannten „Niggerjazz“ folgendes Kurz-Pamphlet:

„Dieser ist zurecht verpönt – Darum schleunigst abgewöhnt“

Ralph Maria Siegel: Ein musikalisches ABC

„Besonders bedeutsam war die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Gerhard Winkler (1906–77), die Mitte der 30er Jahre begann und mehr als ein Jahrzehnt lang die Musikbranche mit Bestsellern versorgte: „O mia bella Napoli“ (1937), „Ja, ja, der Chiantiwein“ (1940), „Es war an einem Frühlingstag im sonnigen Sorrent“ (1940), „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ (1943) und „Mandolino, Mandolino“ (1949). Da Italien im Oktober 1943 in den Krieg gegen Deutschland eintrat, wurde das Lied von den „Capri-Fischern“ kurz nach der Einspielung auf Schallplatte von den Nationalsozialisten für den Rundfunk gesperrt, das „Chianti-Lied“ durfte nur noch mit der Textzeile „Ja, der Tiroler Wein“ gesungen werden.“

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Seit 1941 arbeitete er am Theater am Gärtnerplatz in München. Von 1946 bis 1949 war er künstlerischer Leiter und Oberspielleiter am Kurhaus-Theater in Augsburg, außerdem betätigte er sich als Regisseur am Corso-Theater in Berlin und am Deutschen Theater in München.

Siegel war einer der erfolgreichsten Schlager-Texter und -Komponisten der dreißiger bis fünfziger Jahre. Wiederholt schrieb Siegel den Text, während Gerhard Winkler die Musik komponierte. Aus seiner Feder stammen Lieder wie zum Beispiel:

  • Capri-Fischer (1943)
  • Es leuchten die Sterne (1938)
  • Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin (1951)
  • Moulin Rouge
  • C’est si bon (deutscher Text)
  • Das Chianti-Lied (1939)
  • O mia bella Napoli (1938)
  • Unter der roten Laterne von St. Pauli mit Text von Günther Schwenn und Peter Schaeffers (1941)[4]
  • Schön war die Zeit (1937, mit dem Orchester Eugen Wolff)
  • Sing ein Lied, wenn du mal traurig bist
  • Gitarren spielt auf! / Chitarra d’amor (1934, deutscher und italienischer Text; Musik: Ludwig Schmidseder)
  • Skandal im Harem
  • Das Lied der Taube
  • Schau mich bitte nicht so an (Original: La vie en rose, 1945, Musik: Louiguy)
  • Telefon, Telefon (deutscher Beitrag zum Eurovision Song Contest 1957, gesungen von Margot Hielscher)
  • Die Liebe ist ein seltsames Spiel (1960)

1948 gründete er in München die Ralph-Maria-Siegel-Musik-Verlage, die er bis zu seinem Tod leitete. Die Texte mehrerer fremdsprachiger Filme übertrug er ins Deutsche, für einige deutsche Produktionen komponierte er die Filmmusik. Der vielseitig begabte Siegel schuf auch zahlreiche Bühnenwerke, darunter in Zusammenarbeit mit Hellmut Seifert „Alles für Eva“ (1933); „Liebeszauber“ (1936), „Frechheit siegt“ (1942) oder „Charley’s Tante“ (Musical, Uraufführung 1959).

Siegel war mit dem Leipziger Operettenstar Ingeborg „Sternchen“ Döderlein verheiratet, aus deren Ehe der später auch erfolgreiche Sohn Ralph Siegel hervorging.

Filmmusik

  • 1936: Hilde und die vier PS
  • 1956: Die Fischerin vom Bodensee
  • 1957: Tante Wanda aus Uganda
  • 1962: Ihr schönster Tag
  • 1965: Herr Kayser und die Nachtigall
Quelle: Wikipedia
MEDIEN

„Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“ (1943) und „Mandolino, Mandolino“ (1949). Da Italien im Oktober 1943 in den Krieg gegen Deutschland eintrat, wurde das Lied von den „Capri-Fischern“ kurz nach der Einspielung auf Schallplatte von den Nationalsozialisten für den Rundfunk gesperrt, das „Chianti-Lied“ durfte nur noch mit der Textzeile „Ja, der Tiroler Wein“ gesungen werden.“

„Telefon, Telefon“ (deutscher Beitrag zum Eurovision Song Contest 1957, gesungen von Margot Hielscher

https://www.youtube.com/watch?v=iFGCZ_eE134

Ilse Werner – „Sing ein Lied, wenn du mal traurig bist“, Text und Musik: Ralph Maria Siegel