Bekannte Mode- und Künstlerfotografen ihrer Zeit waren im Auftrag der Rotophot-Gesellschaften beschäf- tigt. Von 1900 bis 1944 standen schätzungsweise ca. 40 in und ausländische Studios mit der Rotophot und dem Ross-Verlag in enger Verbindung. Die meisten Bilder der deutschen Stars kamen aus den Ateliers Ber- liner Lichtbildner, von denen vier erwähnt werden sollen, die lange mit der Rotophot arbeiteten.
Ernst Schneider, dessen Atelier seit mindestens 1908 auch das der Rotophot war, gehörte vor 1945 zu den hoch geschätzten Modefotografen in der Stadt. Seine ersten Modefotos wurden in „Welt der Frau“ und in der „Gar- tenlaube“ veröffentlicht. Im Studio Schneider entstanden Aktfotos, die 1908 in den USA im Verlag J. Singer and Company als Buch herausgegeben wurden, und selbst Mata Hari stand 1908 bei Schneider vor der Kamera. Ne- ben schönen Frauen traten Opern- und Theaterstars wie Richard Tauber oder Hans Albers vor die Kamera bei Ernst Schneider, der bis 1932 Unter den Linden 62/63 zu finden war. Dann zog die Firma an den Kurfürsten- damm.
Gregor Harlip, der viele Stummfilmschauspielerinnen für den Ross-Verlag aufnahm, besaß einen Namen als „Livestylefotograf “, der das Leben der Schönen und Reichen der Kaiserzeit und der Weimarer Jahre für die „Ber- liner Illustrierte Zeitung (BIZ)“ oder „Scherls Magazin“ schilderte. Wegen seiner jüdischen Abstammung musste Harlip 1938 sein Studio aufgeben, das vom Studio Becker & Maass übernommen wurde.