von Klipstein Ernst

Ernst Vollrath von Klipstein (* 3. Februar 1908 in Posen; † 22. November 1993 in Hamburg) war ein deutscher Schauspieler und Synchronsprecher.

Leben

Ernst von Klipstein studierte zunächst sechs Semester Jura und Theaterwissenschaft. Gleichzeitig nahm er bei Jacobi in München Schauspielunterricht. 1925 gab er als „Leon“ in Franz Grillparzers „Weh dem, der lügt“ am Landestheater Darmstadt sein Bühnendebüt. Es folgten Theaterstationen in Regensburg, Meiningen, Bochum, Köln, Kassel, Frankfurt am Main und Leipzig. Dabei war er vorwiegend im Bühnenfach des Charakterhelden und Charakterliebhabers zu Hause. Er spielte u. a. den „Don Carlos“, den Max Piccolomini in Schillers „Wallenstein“, den Kardinal Julian in Franz Werfels „Das Reich Gottes in Böhmen“ (jeweils in Bochum), den Ferdinand in Schillers „Kabale und Liebe“ (Frankfurt) und den Marchbanks in George Bernard Shaws „Candida“ (Kassel).

Ende 1938 gab Ernst von Klipstein in Gustav Ucickys „Aufruhr in Damaskus“ sein Spielfilmdebüt. Bis Kriegsende spielte er in zahlreichen UFA-Produktionen meist markante Nebenrollen, die dem damaligen Ideal des Landjunkers und des preußischen Offiziers nahe kamen. Er spielte unter der Regie von Viktor Tourjansky in „Der Gouverneur“, unter der Regie von Boleslaw Barlog in „Unser kleiner Junge“, an der Seite von Heinrich George in „Hochzeit auf Bärenhof“ (nach Hermann Sudermann), neben Hans Söhnker in „Blutsbrüderschaft“ sowie in einigen tendenziösen Kriegsfilmen Karl Ritters „Stukas“ und „Besatzung Dora“.

Nach Kriegsende spielte von Klipstein nur noch in wenigen Filmproduktionen mit. Zu seinen raren Ausflügen in die Kinowelt zählen Skandal um „Dr. Vlimmen“ (neben Bernhard Wicki), das Drama „Die Barrings“ (mit Dieter Borsche und Nadja Tiller), Frank Wisbars Kriegsdrama „Hunde, wollt ihr ewig leben“ und die Simmel-Verfilmung „Der Stoff aus dem die Träume sind“.

Stattdessen wirkte er vermehrt in aufwendigen Fernsehproduktionen mit wie Egon Monks dreiteiliger Adaption von Hans Falladas „Bauern, Bonzen und Bomben“, dem Historienmehrteiler „Der Winter, der ein Sommer war“ (nach dem gleichnamigen Roman von Sandra Paretti), Wolfgang Staudtes Familiensaga „Die Pawlaks“, „Nirgendwo ist Poenichen“ (nach Christine Brückner) und den von Eberhard Fechner realisierten Verfilmungen von Walter Kempowskis Romanen „Tadellöser & Wolff“ sowie dessen Fortsetzung „Ein Kapitel für sich“ (als Großvater de Bonsac).

Darüber hinaus übernahm er zahlreiche Gastrollen in Fernsehserien und -reihen wie „Tatort“, „Sonderdezernat K1“, „Der Landarzt“, „Großstadtrevier“, „Die fünfte Kolonne“, „Percy Stuart“ und „Schwarzwaldklinik“.

Außerdem arbeitete er zwischen 1949 und 1991 umfangreich als Synchronsprecher und lieh seine markante Stimme u. a. Gary Cooper (Der Vagabund von Texas), Farley Granger (Unser eigenes Ich), Rex Harrison (Der letzte Sündenfall), Paul Henreid (Grausame Richter), Victor Mature (Überfall auf die Olive Branch) und Michael Redgrave (Ernst sein ist alles).

Auch als Hörspielsprecher wurde von Klipstein oft engagiert, u.a. für zahlreiche Jugendhörspiele des Labels EUROPA („Die drei Fragezeichen“, „Commander Perkins“ und als „Crest“ in der Science-Fiction-Serie „Perry Rhodan“).

Ernst von Klipstein war viermal verheiratet, mit Deli Maria Teichen, Lotte Koch, Elisabeth Biebl und zuletzt mit der Schauspielerin Marianne Kehlau. Er starb am 22. November 1993 im Alter von 85 Jahren in Hamburg und wurde auf dem Waldfriedhof in Hamburg-Volksdorf beigesetzt ebenso wie seine zweite Ehefrau Lotte Koch, deren Name auf dem Grabstein nicht eingraviert ist.

Filmografie (Auswahl)

  • 1939: Aufruhr in Damaskus
  • 1939: Flucht ins Dunkel
  • 1939: Der Gouverneur
  • 1939: Johannisfeuer
  • 1940: Die 3 Codonas
  • 1941: Alarmstufe V
  • 1941: Unser kleiner Junge
  • 1941: Blutsbrüderschaft
  • 1941: Stukas
  • 1942: Der 5. Juni
  • 1942: Hochzeit auf Bärenhof
  • 1943: Besatzung Dora
  • 1944: Sommernächte
  • 1945: Das alte Lied
  • 1945: Heidesommer
  • 1949: Krach im Hinterhaus
  • 1949: Die drei Dorfheiligen
  • 1950: Erzieherin gesucht
  • 1955: In Hamburg sind die Nächte lang
  • 1955: Reifende Jugend
  • 1955: Die Barrings
  • 1956: Skandal um Dr. Vlimmen / Tierarzt Dr. Vlimmen
  • 1957: Mona, die Schwedin (Blondin i fara)
  • 1959: Hunde, wollt ihr ewig leben
  • 1967: Die fünfte Kolonne – Ein Anruf aus der Zone
  • 1968: Die fünfte Kolonne – Sonnenblumenweg 7
  • 1972: Der Stoff aus dem die Träume sind
  • 1973: Bauern, Bonzen und Bomben
  • 1975: Tadellöser & Wolff
  • 1976: Der Winter, der ein Sommer war (TV-Dreiteiler)
  • 1978: Tatort – Der Mann auf dem Hochsitz
  • 1979: Ein Kapitel für sich
  • 1980: Nirgendwo ist Poenichen
  • 1980: St. Pauli-Landungsbrücken (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1982: Die Pawlaks
  • 1992: Tatort – Experiment

Hörspiele (Auswahl)

  • Die drei ??? …und der Phantomsee (Folge 2, als Mr Widner)
  • Die drei ??? …und der Karpatenhund (Folge 3, als Pfarrer)
  • Die drei ??? …und der grüne Geist (Folge 8, als Won)
  • Fünf Freunde …und das Burgverlies (Folge 3, als Trödler)
  • Das Schloß des Grauens (als Wagner) Grusel Serie Folge 4
Quelle: Wikipedia
MEDIEN

„Tadellöser & Wolff „ist ein Fernseh-Zweiteiler aus dem Jahr 1975, der von der Polyphon Film- und Fernsehgesellschaft für das ZDF in Sepia produziert wurde. Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Walter Kempowski. Die Erstausstrahlung fand am 1. und 3. Mai 1975 statt. Der Film war ein großer Erfolg, sowohl für Eberhard Fechner als Regisseur als auch für Walter Kempowski als Autor der Romanvorlage. 1976 erhielt Fechner den Sonderpreis des Kultusministers von Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Adolf-Grimme-Preises. Ernst von Klipstein in der Rolle des Großvater de Bonsac.

VERMISCHTES / NETZWERK

Nach Kriegsende spielte von Klipstein nur noch in wenigen Filmproduktionen mit. Zu seinen raren Ausflügen in die Kinowelt zählen Skandal um „Dr. Vlimmen“ (neben Bernhard Wicki), das Drama „Die Barrings“ (mit Dieter Borsche und Nadja Tiller), Frank Wisbars Kriegsdrama „Hunde, wollt ihr ewig leben“ und die Simmel-Verfilmung „Der Stoff aus dem die Träume sind“.