Tino Pattiera (27. Juni 1890 – 24. April 1966) war ein kroatisch-dalmatinischer italienischer Tenor, geboren in Cavtat bei Dubrovnik.
Leben
Pattiera war ein gutaussehender Mann mit einer außergewöhnlichen, dunklen, heroischen Tenorstimme, die, wie manche sagen, perfekt für Rollen wie Manrico in „Il trovatore“ geeignet war. In dieser Rolle gab er 1914 sein Bühnendebüt an der Dresdner Oper und spezialisierte sich auf das italienische Repertoire. Zu seinen engsten Freunden und Kollegen in den frühen Tagen in Dresden gehörten Richard Tauber und Elisabeth Rethberg.
Pattiera war in den 1920er Jahren der beliebteste Tenor in Dresden. In dieser Zeit arbeitete er mit der Sopranistin Meta Seinemeyer zusammen und war verantwortlich für die Wiederbelebung des Interesses an Giuseppe Verdis Opern in Deutschland. Sie sangen mit Seinemeyer unter Fritz Busch und gaben Auftritte von „La forza del destino“ und „Don Carlos“ in bemerkenswerten Produktionen.
Neben seiner Arbeit in Dresden im italienischen Repertoire sang Pattiera „Tannhäuser“ und die Rolle des Bacchus in „Ariadne auf Naxos“, war Gastkünstler in mehreren europäischen Städten und trat der Chicago Opera Company für die Spielzeit 1920/21 bei.
Am 31. Januar 1925 wurde die Dresdner Uraufführung von „Andrea Chénier“ von Umberto Giordano mit Seinemeyer als Maddalena gegeben. Es wurde vom Komponisten selbst gelobt, der im Publikum war.
Seit 1929 war Tino Pattiera vorübergehend mit Erika von Thellmann verheiratet.
Pattiera gab seinen letzten Auftritt 1953 in Dresden und ging dann in den Ruhestand, danach unterrichtete er in Wien.
Er starb 1966 und ist in seiner Heimatstadt Cavtat begraben.
Filmographie
- Fra Diavolo (März 1931 auf Deutsch; April 1931 auf Französisch; beide Fassungen unter der Regie von Mario Bonnard)
- Eine Nacht in Venedig (März 1934 in deutscher Sprache; Regie: Robert Wiene).
- Egy éj Velencében (1935) Regie: Géza von Cziffra. (Eine Nacht in Venedig für die Veröffentlichung in englischer Sprache)

