Beregi Oskar

Oszkár Beregi, auch Oscar Beregi Sr., (geboren 24. Januar 1876 in Budapest, Österreich-Ungarn; gestorben 18. Oktober 1965 in Hollywood) war ein ungarischer Theater- und Filmschauspieler. Als Kinodarsteller wirkte er vor allem in den 1920er- und 1930er-Jahren in Ungarn, Österreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten.

Leben

Oskar Beregi stand seit den frühen 1890er-Jahren auf der Bühne und arbeitete unter anderem am Nationaltheater Budapest, wo er beispielsweise den Romeo in „Romeo und Julia“ spielte. Zeitweise trat er unter Regie von Max Reinhardt in Berlin auf, auch hier sehr häufig in Stücken von William Shakespeare. Seine Filmkarriere begann er im Jahr 1916 in Österreich-Ungarn mit einer Hauptrolle im Film „Mire megvénülünk“. Es folgten weitere Stummfilme in Ungarn, bis er 1919, wie zahlreiche andere ungarische Filmschaffende, auf der Flucht vor dem kommunistischen Béla-Kun-Regime mit seiner Familie nach Österreich übersiedelte. Dort wirkte er unter anderem an dem Monumentalfilm „Die Sklavenkönigin“ (1924) mit.

1925 war Beregi Opfer antisemitischer Kundgebungen in Budapest. Ab 1926 trat er in mehreren Filmen in den USA auf, darunter in „The Love Thief“, „The Flaming Forest“ und „Butterflies in the Rain“.

Mit der Erfindung und Verbreitung des Tonfilms (ab 1927) war sein Wirkungsfeld aufgrund seiner sprachlichen Fähigkeiten eingeschränkt, und er agierte wieder vermehrt in ungarischen Filmen, spielte aber auch seine heute wohl bekannteste Filmrolle in Deutschland: Als von verbrecherischen Plänen bessessener Professor Baum in dem Fritz-Lang-Klassiker „Das Testament des Dr. Mabuse“ aus dem Jahr 1933.

Während des Dritten Reichs hielt er sich in Budapest auf, wo er bedingt durch die antisemitischen Gesetze in Ungarn ab 1939 nur noch als Theaterschauspieler bei Omike auftreten durfte, und entkam dort dem vom Eichmann-Kommando organisierten Holocaust nur knapp. Danach emigrierte er in die Vereinigten Staaten, wo er 1953 in dem Oscar-prämierten Film „Madame macht Geschichte(n)“ in einer Nebenrolle auftrat. Zuletzt stand er im Jahr 1961 für die US-Fernsehserie „Peter Loves Mary“ in der Rolle eines Kellners vor der Kamera.

Oskar Beregi starb 1965 im Alter von 89 Jahren in Hollywood. Der Schauspieler war zweimal verheiratet und hatte zwei Kinder. Er war der Vater von Oscar Beregi junior, der in den USA ebenfalls als Film- und Serienschauspieler wirkte.

Filmografie (Auswahl)

  • 1916: Mire megvénülünk
  • 1917: A gólyakalifa
  • 1919: Der rote Halbmond (Az aranyember)
  • 1919: Jön az öcsém
  • 1919: Ave Caesar!
  • 1922: William Ratcliff
  • 1924: Ssanin
  • 1924: Jiskor
  • 1924: Die Sklavenkönigin
  • 1924: Das Verbotene Land
  • 1925: Der Fluch
  • 1926: Butterflies in the Rain
  • 1926: The Flaming Forest
  • 1926: The Love Thief
  • 1927: The Woman on Trial
  • 1928: Andere Frauen
  • 1928: Liebe im Mai
  • 1929: Der Dieb im Schlafcoupée
  • 1931: A Kék bálvány
  • 1933: Rákóczi induló
  • 1933: Iza néni
  • 1933: Yiskor
  • 1933: Das Testament des Dr. Mabuse
  • 1933: Kísértetek vonata
  • 1953: Madame macht Geschichte(n) (Call Me Madam)
  • 1953: Der Legionär der Sahara (Desert Legion)
  • 1961: Peter Loves Mary (Fernsehserie, 1 Folge)
Quelle: Wikipedia
MEDIEN
https://www.youtube.com/watch?v=3jOhsA3HAdI

„Die Sklavenkönigin“ (auch The Moon of Israel) ist ein österreichischer Monumentalfilm aus dem Jahr 1924. Regie führte Mihaly Kertész (später bekannt als Michael Curtiz). Das Drehbuch verfasste Ladislaus Vajda nach der Vorlage von Henry Rider Haggards Roman „The Moon of Israel“, welcher wiederum auf der biblischen Geschichte vom Auszug aus Ägypten basiert.

Gedreht wurde in Wien mit rund 5.000 Statisten in Studios der Sascha-Film sowie im Freien am Laaer Berg. Kinostart war am 24. Oktober 1924. Die restaurierte und vollständige Fassung des lange verschollenen Films wurde am 26. Februar 2005 im Wiener Metro Kino erstmals aufgeführt. Oskar Beregi in der Rolle des Amenmeses.

https://www.youtube.com/watch?v=91Mzz8neILs

„Das Testament des Dr. Mabuse“ ist ein deutscher Kriminalfilm von Fritz Lang, der 1932/1933 gedreht wurde. Das Drehbuch basiert auf einem Roman von Norbert Jacques, der 1932 auf Aufforderung Langs geschrieben, aber zunächst nicht veröffentlicht wurde. Der Film gilt als einer der großen Klassiker des Weltkinos zwischen den zwei Weltkriegen. Er entstand gleichzeitig in einer deutschen und französischen Fassung. Beide Versionen wurden von den Nationalsozialisten wegen der politisch brisanten Anspielungen umgehend verboten. Oscar Beregi Sr. in der Rolle des Professors Dr. Baum.