Fotostudios und Fotografen/innen

Atelier Yva, Berlin phot.

Yva, eigentlich Else Ernestine Neuländer-Simon ist die Tochter eines Kaufmanns und einer Modistin war das jüngste von neun Geschwistern. Im Alter von 25 Jahren gründete sie ihr erstes Fotoatelier in der Berliner Friedrich-Wilhelm-Straße 17. Seit Herbst 1930 befand sich das Atelier in der Bleibtreustra- ße 17, dann von Frühjahr 1934 an in der Schlüterstraße 45, bis es 1938 wegen Arbeitsverbots geschlossen wurde.

Atelier Jacobi Berlin phot.

Lotte Jacobi entstammte in der vierten Generation einer jüdischen Fotografenfamilie und wuchs ab dem zweiten Lebensjahr in Posen auf; 1921 ging die Familie nach Berlin. Nach der Ausbildung – zunächst bei ihrem Vater – studierte Lotte Jacobi von 1925 bis 1927 in München Film und Fotografie. Danach übernahm sie das väterliche Studio in Berlin. Bereits zu dieser Zeit war sie bekannt als Fotografin der Künstler und der Kunst.

Bender & Jacobi

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten werden die Arbeitsbedingungen für Juden, damit auch für das Photo-Atelier Jacobi zunehmend erschwert. Die Rechtsanwältin Theanolte Bähnisch setzt sich für das Atelier ein. Veröffentlichungen in Zeitschriften erscheinen zwischen Herbst 1933 und Mitte 1934 unter »folkwang-archiv« (mit Ernst Fuhrmann), anschließend ca. zwei Monate unter »Behm’s Bilder- Dienst« (mit Herrn Behm), dann weist der Stempel bis zur Emigration für das Atelier die Bezeichnung »Bender u. Jacobi« (mit Alexander Bender) aus.

Atelier Binder, Berlin phot.

Alexander Binder studierte Ingenieurwissenschaften, brach sein Studium jedoch vorzeitig ab. Von 1908 bis 1910 besuchte er die Lehr- und Versuchsanstalt für Photographie, Chemie, Lichtdruck und Gravüre in München und ging anschließend nach Berlin, wo er 1913 sein erstes Fotoatelier eröffnete. Binder schuf Werbe- und Porträtaufnahmen. Neben bekannten Berliner Persönlichkeiten lag der Fokus vor allem auf Star- und Modeaufnahmen. Nach Binders Tod 1929 wechselte die Geschäftsbezeichnung in Atelier Binder. Unter dem veränderten Namen wurden auch neue Fotografien herausgegeben.

Karl Schenker Berlin

Karl Schenker, der überwiegend in Berlin arbeitende jüdische Künstler war ein österreichischer Fotograf, Illustrator von Modezeitschriften und Maler. Nach einem längeren Amerikaaufenthalt kommt er 1930 zurück nach Berlin und publiziert im „UHU“ des Ullstein-Verlags. Nach der „Machtergreifung“ durch die Nationalsozialisten wurde der Ullstein-Verlag „arisiert“ und die Zeitschrift »Uhu« bereits 1933 eingestellt. Für Karl Schenker wurde es zunehmend schwieriger, seinen Lebensunterhalt in Berlin zu bestreiten. 1938 emigriert er aus Deutschland nach London und erhielt 1948 die britische Staatsbürgerschaft.

Phot. Suse Byk Berlin

Suse Byks Leben konnte trotz mehrfacher Versuche nur bruchstückhaft rekonstruiert worden.  In Byks Studio wurden eine Reihe von Künstlern und Wissenschaftlern des Berlins der Zwanziger Jahre fotografiert. Byk hatte in den 1920er Jahren auch Aufträge für Modeaufnahmen für Illustrierte und sie arbeitete als Theaterfotografin für die Künstler der Städtischen Oper. 1933 in Berlin und arbeitete unter den Bedingungen des Antisemitismus weiter. Unter dem politischen Druck auszuwandern gab sie 1938 auf und versuchte ihren Betrieb zu verkaufen.