Edthofer Anton

Anton Franz Edthofer (* 18. September 1883 in Wien; † 21. Februar 1971 ebenda) war ein österreichischer Schauspieler.

Leben und Wirken

Sein Debüt gab er 1904 am Intimen Theater in München, danach gastierte er am Linzer Stadttheater. 1906 wechselte er ans Wiener Raimundtheater, drei Jahre später ans Volkstheater, dessen Ensemblemitglied er bis 1920 blieb. Anfang der 1920er Jahre spielte er zunächst am Staatlichen Schauspielhaus, später am Deutschen Theater unter Max Reinhardt. Ab 1923 stand er abwechselnd in Berlin und Wien auf der Bühne, ab 1929 gehörte er dem Ensemble des Theaters in der Josefstadt an, das bis zu seinem Tod seine künstlerische Heimat bleiben sollte. Anfangs reüssierte er im Fach des jugendlichen Bonvivant und mit komischen Rollen, später etablierte er sich als Charakterdarsteller und trat ebenso in klassischen Stücken auf, wie in modernen Dramen – u. a. von Hauptmann, Gorki, Wedekind oder Shaw.

Bereits 1912 stand er erstmals vor der Kamera, in einer kleinen Rolle in der Wiener Großproduktion „Der Unbekannte“ (1912) von Luise Kolm. 1918 spielte er in Otto Kreislers Ibsen-Verfilmung der „Gespenster“ den Osvald. Wie am Theater verkörperte Edthofer auch im Stummfilm ein breites Spektrum an Rollen, er arbeitete mit renommierten Regisseuren – wie Otto Rippert, Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau, Karl Grune oder Robert Wiene –, spielte in Melodramen, Krimis und Abenteuerfilmen.

Wichtige Rollen im Theater in der Josefstadt waren der Malvolio in Shakespeares „Was ihr wollt“, der König Philipp II. in Schillers „Don Karlos“, Der Schwierige von Hofmannsthal, Professors Henry Higgins in „Pygmalion“, der Pastor Manders in den „Gespenstern“ oder der Willy Loman in Arthur Millers „Tod eines Handlungsreisenden“. Eine seiner nachhaltigsten Interpretationen war der Baron in Maxim Gorkis „Nachtasyl“.

Von 1919 bis 1924 war er in zweiter Ehe mit der österreichischen Theaterschauspielerin Margarete von Bukovics verheiratet. Eine heftige Affaire verband ihn 1937 mit Helene Thimig, die damals mit Max Reinhardt verheiratet war und die nach dem Anschluss Österreichs in den Vereinigten Staaten verblieb. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich heirateten die beiden Ende Juli 1948. Seine Frau überlebte ihn um drei Jahre.

Edthofers Grab befindet sich auf dem Südwestfriedhof in Gruppe W, Nr. 1.

Seine Nichte Dora Thaler war eine österreichische Schriftstellerin und in den 1930er und 1940er Jahren mit Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller Kurt von Lessen verheiratet.

Auszeichnungen

  • 1949: Max-Reinhardt-Ring (gestiftet vom Theater in der Josefstadt – Edthofer war der erste, der diese Auszeichnung erhielt)
  • 1955: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich
  • 1960 Kainz-Medaille für die Darstellung des Daniel Monnerie in Der verborgene Strom“ von Ruth und Augustus Goetz
  • 1963 Kammerschauspieler

Filmografie (Auswahl)

  • 1918: Gespenster
  • 1918: So fallen die Lose des Lebens
  • 1918: Das Opfer
  • 1920: Gräfin Walewska
  • 1921: Das Geheimnis von Bombay
  • 1922: Phantom
  • 1923: Nora
  • 1923: Die Prinzessin Suwarin
  • 1923: Bob und Mary – Regie: Max Glass
  • 1923: Die Straße
  • 1927: Die Strecke – Regie: Max Neufeld
  • 1928: Artisten – Regie: Géza von Bolváry
  • 1929: Das brennende Herz
  • 1931: Arm wie eine Kirchenmaus
  • 1932: Der träumende Mund
  • 1934: Csibi, der Fratz
  • 1934: Eine Frau, die weiß, was sie will – Regie: Victor Janson
  • 1935: Pygmalion
  • 1935: Die Pompadour – Regie: Willy Schmidt-Gentner
  • 1936: Die Leuchter des Kaisers
  • 1937: Die unentschuldigte Stunde – Regie: E. W. Emo
  • 1948: Das andere Leben
  • 1948: Der Engel mit der Posaune
  • 1949: Wiener Mädeln
  • 1950: The Angel with the Trumpet – Regie: Anthony Bushell
Quelle: Wikipedia
MEDIEN
https://www.youtube.com/watch?v=BQv4-Ps_61g

„Wiener Mädeln“ (Verweistitel: „Wiener Mädel“ sowie „Wiener Madeln“) ist ein von Willi Forst 1944 in Agfacolor für die Wien-Film inszenierter Film über den von ihm auch verkörperten österreichischen Komponisten Carl Michael Ziehrer. Anton Edthofer in der Rolle des Hofrat Munk.

Dieser letzte während des Nationalsozialismus in Österreich hergestellte Film war zu Drehbeginn die erste Farbproduktion der Wien-Film. Der Film kam jedoch erst 1949 in die Kinos und war somit der letzte von acht so genannten „Überläufern“ in Österreich – Filme die während des Nationalsozialismus hergestellt wurden, aber erst nach Kriegsende in die Kinos kamen.

VERMISCHTES / NETZWERK

Eine heftige Affaire verband ihn 1937 mit Helene Thimig, die damals mit Max Reinhardt verheiratet war und die nach dem Anschluss Österreichs in den Vereinigten Staaten verblieb. Nach ihrer Rückkehr nach Österreich heirateten die beiden Ende Juli 1948. Seine Frau überlebte ihn um drei Jahre.