Jude | Jüdin
Für Juden besteht in Deutschland ab dem Februar 1933 praktisch Berufsverbot – ausser sie erhalten eine Sondergenehmigung. Für jüdische Künstler gibt es in Deutschland von nun nur noch eine Möglichkeit zu arbeiten; im Kulturbund Deutscher Juden.
„Der Kulturbund Deutscher Juden“ war im nationalsozialistischen Deutschland eine von jüdischen Initiatoren ins Leben gerufene Selbsthilfeorganisation für vom Berufsverbot betroffene jüdische Künstler. Von den Behörden wurde der bis 1941 geduldete Kulturbund zur Kontrolle und zur Isolierung der jüdischen Künstler benutzt.“ Im August 1935 werden die Einzelbünde gezwungen, sich bis zum August 1935 im Reichsverband „jüdischer Kulturbünde in Deutschland“ (RJK) zusammenzuschließen.
Anhand des Hamburger Kulturbundes lässt sich exemplarisch die Vielfalt des Kulturprogramms und seiner Konsequenzen zeigen: „Das Veranstaltungsprogramm umfasst Theater- und Opernaufführungen, Konzerte, Kleinkunstveranstaltungen, Filmvorführungen, Vorträge und Ausstellungen. Um jeden Austausch zwischen der jüdischen und der nicht-jüdischen Kulturwelt zu unterbinden, werden Nicht-Juden bei den Veranstaltungen des Kulturbundes weder als Besucher noch als Mitwirkende zugelassen. Auch dürfen der Kulturbund im Rahmen seiner Veranstaltungen immer seltener Arbeiten solcher Autoren und Komponisten aufführen, die als besonders „deutsch“ galten…“
So bleibt meistens nur das Exil, sofern dies finanziell möglich ist. Andere wollen erst einmal abwarten, bis der „Nazispuk“ vorrüberzieht. Und dies waren nicht wenige.
Nach den Novemberpogromen im Jahre 1938 wurden die meisten Einrichtungen zur Schließung gezwungen. Nur der Berliner Kulturbund erhielt aus propagandistischen Gründen von Joseph Goebbels die Erlaubnis, weiter tätig zu sein. Der RJK wurde 1939 aufgelöst, an seine Stelle trat der aus dem Berliner Kulturbund hervorgegangene „Jüdische Kulturbund in Deutschland e. V.“, der alle jüdischen Kulturveranstaltungen verantwortete und selbst durchführte. Außerhalb von Berlin fanden damit nur noch selten Veranstaltungen statt. Die Flucht vieler bedeutender jüdischer Künstler trug ein Übriges zum Niedergang des Kulturbundes bei. Am 11. September 1941 wurde der Bund von der Gestapo aufgelöst. Viele seiner Mitglieder und Funktionäre, darunter auch der Gründer, Kurt Singer, wurden deportiert und im Holocaust ermordet.