Martha Orlanda, bürgerlich (seit 1924) Martha Schulte-Holthausen (* in den 1890er Jahren in Marchienne-au-Pont, Belgien; † unbekannt, möglicherweise 1945), war eine in Deutschland arbeitende, belgische Stummfilmschauspielerin und Drehbuchautorin.
Leben und Wirken
Orlanda, die zunächst eine Volksschule, dann eine höhere Mädchenschule besucht hatte, will nach eigener Aussage bereits im Alter von 13 Jahren beim Kölner Residenz-Theater vorgesprochen haben, um dort auftreten zu können. Schließlich wurde das Mädchen engagiert: für 75 Mark Monatsgehalt. Ihre Eltern beendeten jedoch nach einem Jahr dieses „Experiment“. Mit ihrer Mutter ging sie daraufhin 1917 nach Berlin, wo William Kahn sie entdeckte und vor die Kamera holte. Ihr Stummfilmdebüt gab Martha Orlanda mit der Izza Dombronowska in „Der Fall Clemencau“, der Verfilmung einer literarischen Vorlage von Alexandre Dumas.
Bis zum Jahresende 1921 drehte Orlanda Film auf Film, zu zwölf dieser Werke verfasste sie auch das Drehbuch. Das hochspekulative, zweiteilige Aufklärungs- und Sittenbild „Der Weg, der zur Verdammnis“ führt von Otto Rippert sorgte bei seiner Uraufführung 1919 für einen handfesten Skandal. Auch ihre anderen Stummfilme bewegten sich überwiegend im dramatischen oder melodramatischen Themenfeld. 1922 beendete Martha Orlanda ihre kurzlebige Filmkarriere und heiratete am 26. September 1924 den damaligen Oberregierungsrat im Reichsversorgungsgericht, Dr. Theodor Schulte-Holthausen (1889–1945). Der Jurist starb in den Kriegswirren 1945, möglicherweise kam dabei auch Martha Orlanda ums Leben.
Filmografie
- 1917: Der Fall Clemenceau / Der Fall Dombronowska
- 1917: Wenn Frauen lieben und hassen (auch Drehbuchautorin)
- 1918: Suchomlinow
- 1918: Menschen, die durchs Leben irren (auch Drehbuchautorin)
- 1918: Stürme des Lebens
- 1919: Der Weg, der zur Verdammnis führt, 1. Teil
- 1919: Die nach Liebe dürsten (auch Drehbuchautorin)
- 1919: Der Weg, der zur Verdammnis führt, 2. Teil. Hyänen der Lust
- 1920: Prärieblut
- 1920: Das grüne Plakat
- 1920: Das große Geheimnis (auch Drehbuchautorin)
- 1921: Die kleine Dagmar
- 1922: Brudermord
