Peterhans Josef

Josef Thomas Peterhans (* 4. Dezember 1882 in Achern; † 1960 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Josef Thomas Peterhans begann seine Schauspielerlaufbahn im Alter von zwanzig Jahren. Der körperlich bullige Badener mit dem wuchtigen Charakterkopf und der hohen Stirn spielte viele Jahre lang mit wenig Resonanz in der Provinz und in Berlin; dort, nach seinem Kriegsdienst 1914–1917, erhielt er 1917 auch seine erste Filmrolle. Anfänglich noch mit Hauptrollen bedacht – so war Peterhans 1918 in zwei Filmen Partner der amerikanischen Leinwanddiva Fern Andra –, musste er sich wenig später mit kleineren Aufgaben begnügen.

Im Tonfilm schrumpften Josef Peterhans’ Rollen auf Chargenformat. Er war ein Förster in „Viktoria“ und ein Marschall in „Hundert Tage“, ein Pfarrer in „Wilhelm Tell“ und ein Abgeordneter in „Pour le mérite“, ein Polizist in „Frau Luna“ und jeweils ein General in den Preußenstoffen um Friedrich den Großen „Fridericus“ und „Der große König“. Man sah ihn auch zweimal als Inder (in „Indische Rache“ und in dem double feature „Der Tiger von Eschnapur“ und „Das indische Grabmal). Auch die Bühne benötigte den Schauspieler in späteren Jahren kaum mehr, zuletzt sah man Josef Peterhans zwischen 1928 und 1930 in Zürich. Um seinen Lebensunterhalt aufzubessern, arbeitete Josef Peterhans seit den frühen 1930er Jahren häufig als Synchronsprecher.

Noch vor Vollendung seines 60. Lebensjahres zog sich Peterhans, der schon seit Jahren kein Festengagement mehr vom Theater erhalten hatte, vom Film zurück. Seinen Lebensabend verbrachte er in Berlin-Steglitz.

Sein schriftlicher Nachlass befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.

Filmografie (Auswahl)

  • 1917: Und wenn ich lieb’…
  • 1917: Die Königstochter von Travankore
  • 1917: Die gute Partie
  • 1918: Frühlingsstürme im Herbste des Lebens
  • 1918: Um Krone und Peitsche
  • 1918: Der Übel Größtes aber ist die Schuld
  • 1919: Das Lied des Narren
  • 1919: Gepeitscht
  • 1919: Seelenverkäufer
  • 1920: Auri sacra fames
  • 1920: Indische Rache
  • 1920: Weltbrand
  • 1920: Die lebende Fackel
  • 1921: Klub der Entgleisten
  • 1921: Eine Weiße unter Kannibalen
  • 1921: Das Mädel vom Piccadilly
  • 1922: Die Geliebte des Königs
  • 1923: Irrlichter der Tiefe
  • 1923: Wilhelm Tell
  • 1925: Zur Chronik von Grieshuus
  • 1925: Der Wilderer
  • 1927: Rätsel einer Nacht
  • 1928: Panik
  • 1932: Drei von der Stempelstelle
  • 1932: Der Stolz der 3. Kompanie
  • 1932: Der tolle Bomberg
  • 1932: Theodor Körner
  • 1932: Marschall Vorwärts
  • 1932: Das Meer ruft
  • 1933: Das häßliche Mädchen
  • 1933: Heut’ kommt’s drauf an
  • 1934: Wilhelm Tell
  • 1934: Meine Frau, die Schützenkönigin
  • 1934: So endete eine Liebe
  • 1935: Hundert Tage
  • 1935: Viktoria
  • 1935: Im Trommelfeuer der Westfront
  • 1936: Der lustige Witwenball
  • 1936: Es geht um mein Leben
  • 1936: Fridericus
  • 1937: Der Tiger von Eschnapur
  • 1937: Das indische Grabmal
  • 1938: Kameraden auf See
  • 1938: Pour le Mérite
    1940: Bal par
  • 1940: Jud Süß
  • 1941: Der große König
  • 1941: Frau Luna
  • 1941: Rembrandt
  • 1942: Die Entlassung
Quelle: Wikipedia

„Jud Süß“ ist ein antisemitischer nationalsozialistischer Spielfilm von Veit Harlan aus dem Jahr 1940. Das von der Reichsregierung in Auftrag gegebene und als Propagandafilm konzipierte Werk ist zwar an die historische Figur des Joseph Süß Oppenheimer (1698–1738) angelehnt, entspricht jedoch nicht den überlieferten Quellen, die darauf hindeuten, dass Süß Oppenheimer lediglich ein Sündenbock war, der für die Verfehlungen des Herzogs Karl Alexander von Württemberg (1684–1737) büßen musste. Josef Peterhans als Kontrollierender Offizier.

Nach Schilderungen vieler Beteiligter hatte Joseph Goebbels, der das Werk in Auftrag gegeben hatte und seine Produktion persönlich beaufsichtigte, Probleme bei der Realisierung des Filmes: So soll es Schwierigkeiten bei der Suche eines Regisseurs und der Besetzung von Rollen gegeben haben. Die Hauptrolle des jüdischen Finanzbeamten Süß lehnten nacheinander Emil Jannings, Willi Forst, Gustaf Gründgens, René Deltgen und Paul Dahlke ab.

Quelle: Wikipedia
VERMISCHTES / NETZWERK

Anfänglich noch mit Hauptrollen bedacht – so war Peterhans 1918 in zwei Filmen Partner der amerikanischen Leinwanddiva Fern Andra –, musste er sich wenig später mit kleineren Aufgaben begnügen.