Ritterband Gerhard

Gerhard Ritterband (* 8. Mai 1904 in Berlin; † 29. September 1959 in West-Berlin) war ein vielbeschäftiger deutscher Schauspieler der Stummfilm- und frühen Tonfilm-Zeit; später wurde er Filmproduzent.

Werdegang

Ritterband gehört zur ersten Generation von Jugendlichen-Darstellern im deutschen Film noch vor Gustl Starck-Gstettenbaur. Mit 15 Jahren trat er in Ernst Lubitschs Film “Die Puppe” 1919 erstmals vor eine Kinokamera; er spielte darin den frechen Lehrbuben des Puppenmachers. Durch den Erfolg ermutigt, verlegte er sich auf die Schauspielerei und wurde im selben und dem darauffolgenden Jahre gleich in 5 weiteren Filmen in ähnlichen Rollen eingesetzt.

Er spielte den messenger boy (Botenjungen) in “Sklaven des Kapitals” und den Jungen Bobby in “Die Erbschaft von New York” (beide Deutschland 1919, Wolfgang Neff). Er war die ‘Berliner Range’ im “Kampf mit dem Drachen” (1920, Carl Müller-Hagens), der Laufjunge Emil in der “Prinzessin vom Nil” (1920, Martin Zickel) und der Piccolo Fritz in “Va banque”(1920, Leo Lasko).

Fritz Lang holte ihn für eine kleine Rolle in seinem Film „Vier um die Frau“, der ursprünglich „Kämpfende Herzen“ heißen sollte und 1921 in die Lichtspielhäuser kam.

Der Filmhistoriker Oskar Kalbus sollte ihn noch 1935 als “Filmlausbub Gerhard Ritterband” bezeichnen.

Auch im noch jungen Tonfilm wurde Ritterband immer wieder besetzt, so in dem Sängerfilm „Das lockende Ziel“ mit dem Startenor Richard Tauber (1930) und in Filmoperetten wie „Liebeskommando“ mit Dolly Haas (1931), „Ein Lied ein Kuß ein Mädel“ mit Gretl Theimer (1932) und in Hans Behrendts „Hochzeit am Wolfgangsee“ (1933).

Im Fach des jugendlichen Komikers erfolgreich, war er bis 1933 ein gefragter Nebendarsteller im deutschen Film. Er verkörperte Bäckerburschen, Zeitungsjungen, Kadetten, ja sogar Gymnasiasten und Theaterinspizienten.

Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, wurde er nach den Rassegesetzen als Halbjude eingestuft. Da er nicht mehr vor der Kamera spielen durfte, versuchte er sich zunächst als Produzent von Kurzfilmen, um dann aber nach England zu emigrieren. Dort heiratet er 1937.

Nach dem Kriege kehrt er nach Deutschland und in seine Heimatstadt Berlin zurück. Als Produzent und Mitinhaber der Filmfirma “Sonne Film GmbH” war er 1950 am Zustandekommen des Fußball-Kulturfilms „Hinein“ beteiligt.

Gerhard Ritterband starb am 29. September 1959 in Berlin.

Filmografie

  • Die Puppe (1919)
  • Sklaven des Kapitals (1919)
  • Die Erbschaft von New York (1919)
  • Kaliber fünf Komma zwei (1920)
  • Va banque (1920)
  • Aus dem Schwarzbuch eines Polizeikommissars, 1. Teil – Loge Nr. 11 (1921)
  • Das Gasthaus von Chicago (1921)
  • Der Tanz um Liebe und Glück (1921)
  • Die Bettelgräfin vom Kurfürstendamm (1921)
  • Die gestörte Hochzeitsnacht (1921)
  • Die große und die kleine Welt (1921)
  • Die Geheimnisse von Berlin, 2. Teil – Berlin W. Die Weltstadt in Glanz und Licht (1921)
  • Die Liebesabenteuer der schönen Evelyne oder Die Mordmühle auf Evanshill (1921)
  • Die rote Nacht(1921)
  • Die Vier um die Frau (1921)
  • Ein Tag auf dem Mars (1921)
  • Ein ungeklärter Fall (1921)
  • Tschetschensen-Rache (1921)
  • Das Straßenmädchen von Berlin (1922)
  • Der Roman einer armen Sünderin (1922)
  • Die fünf Frankfurter (1922)
  • Die siebtente Nacht (1922)
  • Ihr Kammerdiener (1922)
  • Im Kampf mit dem unsichtbaren Feind (1922)
  • Maciste e la figlia del re della Plata (1922)
  • Maciste und die chinesische Truhe (1923)
  • Das Geheimnis der alten Mamsell (1925)
  • Des Lebens Würfelspiel (1925)
  • Die Großstadt der Zukunft (1925)
  • Die Kleine aus der Konfektion (1925)
  • Finale der Liebe (1925)
  • Liebe, Leid und Sport (1925)
  • Niniche (1925)
  • Annemarie und ihr Ulan (1926)
  • Der Bankkrach unter den Linden (1926)
  • Der Hauptmann von Köpenick (1926)
  • Die Flucht in den Zirkus (1926)
  • Die Mühle von Sanssouci (1926)
  • Schatz, mach‘ Kasse (1926)
  • Benno Stehkragen (1927)
  • Bigamie (1927)
  • Das Haus am Krögel (1927)
  • Der Sieg der Jugend (1927)
  • Die Frau mit dem Weltrekord (1927)
  • Die raffinierteste Frau Berlins (1927)
  • § 182 minderjährig (1927)
  • Das Fräulein aus Argentinien (1928)
  • Der Tanzstudent (1928)
  • Jahrmarkt des Lebens (1928)
  • Vertauschte Gesichter (1928)
  • Das Mädel mit der Peitsche (1929)
  • Das Schiff der verlorenen Menschen (1929)
  • Die Siebzehnjährigen (1929)
  • Ein Kriminaldrama aus der Berliner Unterwelt (1929)
  • Hütet euch vor leichten Frauen (1929)
  • Vererbte Triebe: Der Kampf ums neue Geschlecht (1929)
  • Das lockende Ziel (1930)
  • Kadetten (1931)
  • Liebeskommando (1931)
  • Ein Lied, ein Kuß, ein Mädel (1932)
  • Unter falscher Flagge (1932)
  • Hochzeit am Wolfgangsee (1933)
Quelle: Wikipedia
MEDIEN

Géza von Bolvárys „Liebeskommando“, einer der deutschen Blockbuster des Jahres 1931, besticht durch seine Besetzung: In der Hosenrolle ist die burschikose Dolly Haas zu sehen, die später mit ihrem Regisseur-Gatten John Brahm emigrierte und u.a. in Alfred Hitchcocks „I Confess“ mitwirkte. Nach einem Drehbuch von Walter Reisch, Roda Roda und Fritz Grünbaum, mit Musik von Robert Stolz.

VERMISCHTES / NETZWERK

Auch im noch jungen Tonfilm wurde Ritterband immer wieder besetzt, so in dem Sängerfilm „Das lockende Ziel“ mit dem Startenor Richard Tauber (1930).