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Schneider Magda

Magdalena Maria „Magda“ Schneider (* 17. Mai 1909 in Augsburg; † 30. Juli 1996 in Schönau am Königssee) war eine deutsche Schauspielerin und die Mutter der Schauspielerin Romy Schneider.

Leben

Magda Schneider war die Tochter des Installateurs Xaverius Schneider (1878–1959) und dessen Ehefrau Maria (1879–1951), geborene Meier-Hörmann. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie in den Augsburger Stadtteilen Kriegshaber und Firnhaberau. Nach dem Besuch einer katholischen Mädchenschule und einer Handelsschule arbeitete sie als Stenotypistin in einer Getreidehandlung.

Schneider absolvierte eine Gesangsausbildung am Leopold-Mozart-Konservatorium Augsburg und lernte auch Ballett am Stadttheater der Stadt. Erste Auftritte hatte sie als Soubrette am Augsburger Theater sowie am Münchener Staatstheater am Gärtnerplatz. Ernst Marischka berief sie an das Theater an der Wien.

1930 wurde Schneider für den Film entdeckt, wo sie „das Beste aus den üblichen Schreibmaschinen- und Telefonmädchen-Rollen machte“. In vielen ihrer folgenden Filme sang sie Lieder, die zu Evergreens wurden. 1935 bezog sie das „Haus Mariengrund“ in Schönau am Königsee. Bei den Dreharbeiten zum Film „Kind, ich freu’ mich auf dein Kommen“ (1933) lernte sie ihren ersten Ehemann Wolf Albach-Retty kennen, den sie 1937 in Berlin-Charlottenburg heiratete. Aus der Ehe stammen die beiden Kinder Rosemarie, genannt Romy (1938–1982), und Wolf-Dieter (* 1941). Das Paar trennte sich 1943 und die Ehe wurde 1945 geschieden.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg sicherte sich die Schauspielerin mit Gastspielen und „bunten Abenden“ ihren Lebensunterhalt, denn Filmrollen gab es zu dieser Zeit kaum. 1948 drehte sie ihren ersten Nachkriegsfilm „Ein Mann gehört ins Haus“. Anfang der 1950er-Jahre erhielt sie wieder verstärkt Filmangebote. Doch ihr Interesse galt nun hauptsächlich der Karriere ihrer Tochter, mit der sie zusammen mehrere Filme drehte, zum Beispiel „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“, „Mädchenjahre einer Königin“, „Robinson soll nicht sterben“, „Die Deutschmeister“ sowie die drei „Sissi“-Filme.

1953 heiratete sie den Kölner Gastronomen Hans Herbert Blatzheim, den Romy Schneider zunächst „Daddy“, später dann „den zweiten Mann meiner Mutter“ nannte. Blatzheim starb 1968. Von 1982 bis zu ihrem Tod war Schneider mit dem Kameramann Horst Fehlhaber (1919–2010) verheiratet. Ende der 1960er-Jahre stand sie zum letzten Mal für die Fernsehserien „Drei Frauen im Haus“ und „Vier Frauen im Haus“ vor der Kamera.

Magda Schneider, die 1982 mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet wurde, lebte bis zu ihrem Tod 1996 in Schönau am Königssee und wurde dort auf dem Bergfriedhof beerdigt.

Nach Magda Schneiders Tod

In der Boulevardpresse und in anderen Publikationen über ihre Tochter wurde mehrmals eine Nähe Magda Schneiders zu Adolf Hitler kolportiert, beispielsweise durch Michael Jürgs’ Der Fall Romy Schneider (1991), Jürgen Trimborns Romy und ihre Familie (2008) und zuletzt in Olaf Kraemers Roman Ende einer Nacht (2008).

Diese Darstellungen wurden von Hinterbliebenen teilweise erfolgreich juristisch bestritten. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschied im Oktober 2009, dass Kraemers Roman weitgehend unverändert und ungeschwärzt erscheinen darf.

Filmografie (Auswahl)

  • 1930: Boykott
  • 1932: Fräulein – falsch verbunden
  • 1932: Ein bißchen Liebe für dich
  • 1932: Zwei in einem Auto
  • 1932: Das Lied einer Nacht
  • 1932: Sehnsucht 202
  • 1932: Das Testament des Cornelius Gulden
  • 1932: Marion, das gehört sich nicht
  • 1932: Glück über Nacht
  • 1933: Liebelei
  • 1933: Kind, ich freu’ mich auf Dein Kommen
  • 1933: Glückliche Reise
  • 1933: Ein Mädel wirbelt durch die Welt
  • 1934: Ich kenn’ dich nicht und liebe dich
  • 1934: Fräulein Liselott
  • 1934: G’schichten aus dem Wienerwald
  • 1935: Winternachtstraum
  • 1935: Eva
  • 1935: Vergiß mein nicht
  • 1935: Die lustigen Weiber
  • 1936: Rendezvous in Wien
  • 1936: Die Puppenfee
  • 1936: Das Geheimnis eines alten Hauses
  • 1936: Der Weg des Herzens (Prater)
  • 1937: Frauenliebe – Frauenleid
  • 1937: Musik für dich
  • 1938: Frühlingsluft
  • 1938: Wer küßt Madeleine?
  • 1938: Die Frau am Scheidewege
  • 1939: Das Recht auf Liebe
  • 1940: Herzensfreud – Herzensleid
  • 1940: Mädchen im Vorzimmer
  • 1941: Am Abend auf der Heide
  • 1942: Liebeskomödie
  • 1942: Zwei glückliche Menschen
  • 1943: Ein Mann für meine Frau
  • 1944: Die heimlichen Bräute
  • 1944: Eines Tages
  • 1948: Ein Mann gehört ins Haus
  • 1950: Die Sterne lügen nicht
  • 1953: Wenn der weiße Flieder wieder blüht
  • 1954: … und ewig bleibt die Liebe
  • 1954: Mädchenjahre einer Königin
  • 1955: Die Deutschmeister
  • 1955: Sissi
  • 1956: Sissi – Die junge Kaiserin
  • 1957: Robinson soll nicht sterben
  • 1957: Von allen geliebt
  • 1957: Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin
  • 1958: Das Dreimäderlhaus
  • 1959: Die Halbzarte
  • 1961: Morgen beginnt das Leben
  • 1968: Drei Frauen im Haus (Fernsehserie)
  • 1969: Vier Frauen im Haus (Fernsehserie)

Diskografie (Auswahl)

  • Was lachst du, was weinst du: Goldene Filmschlager 1930–1942, Label: Various
  • Mir geht’s immer „Danke-Schön“: Tonfilmwelt der 30er-Jahre, Label: Universal Music Group
  • Ich liebe dich und kenne dich nicht: Nostalgie Stars, Part 4, Label: Zebralution GmbH
Quelle: Wikipedia

 

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Magda Schneiders Affäre

Das juristische Verfahren um einen Roman macht die Nazi-Vergangenheit von Romy Schneiders Mutter zum Thema
Von Urte Helduser

Der pünktlich zum 70. Geburtstag von Romy Schneider im September vergangenen Jahres erschienene biografische Roman „Ende einer Nacht“ von Olaf Kraemer, eine fiktionalisierte Innensicht der letzten Stunden im Leben der Schauspielerin, darf seit einer einstweiligen Verfügung des Landgerichts Frankfurt vom Oktober zur Zeit nur noch in einer gekürzten, vom Münchner Blumenbar-Verlag als „collectors edition“ beworbenen Ausgabe verkauft werden. Erwirkt hat dies der Witwer von Romy Schneiders Mutter Magda Schneider, Horst Fehlhaber. Geschwärzt wurden sieben Passagen – laut Verlagsinformation 152 Worte – in denen die fiktive Romy über die Nähe ihrer Mutter zur NS-Prominenz und eine mögliche „Affäre“ Magda Schneiders mit Adolf Hitler spekuliert. Nachdem der Verlag gegen die gerichtliche Verfügung Widerspruch eingelegt hat, wird nun erneut vor Gericht verhandelt, falls eine Einigung der Parteien nicht gelingt, soll am 13. Februar ein Urteil verkündet werden (siehe SZ vom 30.1.2009).

Auch hier geht es – wie im Fall von Maxim Billers Roman „Esra“ und Klaus Manns „Mephisto“ – um die Verletzung von (in diesem Fall postmortalen) Persönlichkeitsrechten einer in einer Romanfigur erkennbaren Person (siehe literaturkritik.de 6/2007).

Kraemers Roman bedient mit literarischen Mitteln den Voyeurismus, dem die Figur Romy Schneider jahrelang ausgesetzt war: Er schildert sie als leidenschaftlich Getriebene, als verlassene Geliebte Alain Delons, die sich nach Beziehungsdramen, dem tödlichen Unfall ihres Sohnes David und aus Furcht vor dem Schicksal einer alternden Diva (hier wird auch Marlene Dietrich heranzitiert) in eine Champagner-, Zigaretten- und Tablettensucht flüchtet.

Indem er dies alles in der letzten Nacht der Schauspielerin eskalieren lässt, leistet Kraemer der Mystifizierung des Todes, wie sie seit den Spekulationen der Boulevard-Presse über einen möglichen Selbstmord Romy Schneiders herrschen, weiter Vorschub. Kraemer spitzt Bekanntes aus dem Leben Schneiders eher effekthaschend zu, so auch die Nazi-Vergangenheit von Romy Schneiders Eltern.

Magda Schneiders Nähe zu Adolf Hitler und zu führenden Nazis ist nicht neu. So war bereits in den aus den 1990er-Jahren stammenden und im Romy-Schneider-Jubiläums-Jahr 2008 neu aufgelegten Biografien Alice Schwarzers und Michael Jürgs zu lesen, dass zu den Verehrern der jungen Münchner Theaterschauspielerin Magda Schneider bereits in den frühen 1930er-Jahren Adolf Hitler zählte. Auch die Filmaufnahmen von Schneiders Besuch auf dem Obersalzberg 1941 sind bekannt. Zudem hat Magda Schneider, die seit ihrer Ehe mit dem erklärten Nationalsozialisten und Schauspieler Wolf Albach-Retty, dem Vater Romys, ein Haus bei Berchtesgaden, in direkter Nähe zum Obersalzberg und in der unmittelbaren Nachbarschaft zu Hitlers Sekretär und Reichsminister Martin Bormann bewohnte, über diese Nähe selbst unbedarft geplaudert. Alice Schwarzer zitiert aus der Serie „Leb wohl Romy“, in der Magda Schneider 1982 in der „BILD-Zeitung“ den Tod der Tochter vermarktete, über die Einladungen bei der Familie Bormann und die Kindergeburtstage, auf denen sich auch die kleine Romy vergnügt habe.

Während jedoch Schwarzer vermutet, die ‚harmoniebedürftige‘ Romy habe ihrer Mutter nie Rechenschaft über ihre Rolle im Nationalsozialismus abverlangt, kommt es in Kraemers Roman in einem Telefonat zwischen Mutter und Tochter über genau diese Frage zum Eklat. Damit spitzt er zu, was auch Alice Schwarzer in ihrem Porträt vermutet: Dass die NS-Vergangenheit der Eltern zumindest eine Ursache für Romy Schneiders psychische Krisen darstellten und letztlich – so ließe sich Kraemers Erzählung deuten – für ihren frühen Tod zumindest mit verantwortlich sind.

Nicht aufgrund neuer Vorwürfe gegen Magda Schneider wurde gegen Kraemers Roman gerichtlich vorgegangen. Schon Alice Schwarzer zitiert Romy Schneider mit den Worten „Ich glaube, daß meine Mutter ein Verhältnis mit Hitler hatte“ – ohne dass dies zu einer Zensur geführt hätte. Erst die Fiktionalisierung dieser Aussage in Kraemers Roman bot jetzt die juristische Interventionsmöglichkeit. In der gerichtlichen Auseinandersetzung müssen nun Persönlichkeitsrecht und künstlerische Freiheit gegeneinander abgewägt werden.

Zunächst führt das Verfahren jedoch dazu, Magda Schneiders Rolle im Nationalsozialismus genauer zu beleuchten. Dass sie als Gattin eines überzeugten NSDAP-Mitglieds und auf der „Gottbegnadeten-Liste“ stehenden Schauspielers sowie als gern gesehener Gast bei Goebbels‘ Abendgesellschaften (Ernst Klee, Das Kulturlexikon zum Dritten Reich, siehe dazu literaturkritik.de 8/2007) ein mehr als nur karrieregeleitet opportunistisches Verhältnis zum Nationalsozialismus gehabt haben könnte, steht nun zur Debatte.

Von Seiten der Kläger ist nun eine Zeugin gefunden worden, die als Bekannte Magda Schneiders eidesstattlich erklärt hat, diese sei nur widerwillig „nach der fünften bis sechsten Einladung“ auf den Obersalzberg gegangen (siehe dazu focus online vom 29.1.2009). Interessanter als Magda Schneiders persönliche Überzeugtheit vom Nationalsozialismus dürfte jedoch die mit ihrer Nähe zu prominenten Nazis beförderte Karriere innerhalb der NS-Unterhaltungsindustrie sein, in der sie laut Klees „Kulturlexikon zum Dritten Reich“ mit 32 Filmen vertreten ist. Durch ihre Mitwirkung im scheinbar unpolitischen Unterhaltungsfilm war Magda Schneider ähnlich wie Heinz Rühmann oder Johannes Heesters Teil des Systems der NS-Propaganda-Politik geworden. Ähnlich wie ihre Kollegen steht sie für den nahezu bruchlosen personellen Übergang von der NS-Unterhaltungsindustrie über die Nachkriegszeit bis hin zur aktuellen Fernsehunterhaltung.

Michael Jürgs und Alice Schwarzer machen deutlich, welche Funktion Tochter Romy diesbezüglich hatte: Der Wiedereinstieg ins Filmgeschäft nach 1945 gelang Magda Schneider vor allem über ihre Tochter, die sie als Nachwuchstalent ins Spiel brachte und dabei für sich jeweils gleich eine Rolle mit aushandelte. In Heimatfilmen wie „Wenn der weiße Flieder wieder blüht“ (1953) und natürlich den legendären „Sissi“-Filmen (1955-57) trat Magda Schneider dann auch als Film-Mutter ihrer Tochter Romy auf. Nicht zufällig, so Jürgs und Schwarzer, bediente sich der Nachkriegsfilm mit jugendlichen Stars wie Romy Schneider, Nicole Heesters oder Götz George der Kinder bekannter Unterhaltungsstars der Nazizeit. Damit setzte man gleichermaßen auf einen ‚unbelasteten‘ jugendlichen Neuanfang wie auch auf die Kontinuität zum NS-Unterhaltungsfilm und seinen Protagonisten, deren Entlastung so über ihre Kinder gleich mitbetrieben wurde.

Anders als Johannes Heesters oder Heinz Rühmann hat sich die 1996 verstorbene Magda Schneider zu Lebzeiten erfolgreich einer öffentlichen Auseinandersetzung mit ihrer Rolle im Nationalsozialismus entziehen können. Wenn im Zuge des Verfahrens um Kraemers Roman dieses Thema beleuchtet würde, läge zumindest hierin ein Verdienst des Buchs.

Michael Jürgs: Der Fall Romy Schneider. Eine Biographie.
Ullstein Verlag, München 2008.
345 Seiten, 9,95 EUR.
ISBN-13: 9783548372174
MEDIEN

„Sissi“ ist ein österreichischer Historienfilm aus dem Jahr 1955, der von den frühen Jahren der Kaiserin Elisabeth erzählt. 1933 wurde Sissi bereits in der Roman-Zeitschrift Blütenregen als illustrierter Fortsetzungsroman publiziert.

Als sich der Film als großer Erfolg an den Kinokassen erwies, folgten die Fortsetzungen „Sissi – Die junge Kaiserin“ (1956) und „Sissi – Schicksalsjahre einer Kaiserin“ (1957). Die Sissi-Trilogie mit Romy Schneider, Karlheinz Böhm und Magda Schneider gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Filmproduktionen und zu den erfolgreichsten Filmen in deutschen und österreichischen Kinos.

„Ein Kuss mit Liebe“ (Orchester Joe King) aus dem „Film Fräulein – falsch verbunden“ – 1931 mit Magda Schneider und Johannes Riemann.

https://www.youtube.com/watch?v=9JgMRz3LxsE

Magda Schneider auf dem Obersalzberg in Berchtesgaden mit Adolf Hitler. Eines der spielenden Kinder im Schnee Romy Schneider?

VERMISCHTES / NETZWERK

Bei den Dreharbeiten zum Film „Kind, ich freu’ mich auf dein Kommen“ (1933) lernte sie ihren ersten Ehemann Wolf Albach-Retty kennen, den sie 1937 in Berlin-Charlottenburg heiratete. Aus der Ehe stammen die beiden Kinder Rosemarie, genannt Romy (1938–1982), und Wolf-Dieter (* 1941). Das Paar trennte sich 1943 und die Ehe wurde 1945 geschieden.