Trautmann Ludwig

Ludwig Trautmann (* 22. November 1885 in Dachsbach; † 24. Januar 1957 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Der gelernte Verkäufer wuchs u. a. in Nürnberg, Karlsberg und Duisburg auf und trat erstmals im Juni 1901 vor zahlendem Publikum auf. Seine Bühnenstationen waren unter anderem Bochum, Konstanz und Hermannstadt. Über einen Kinobesitzer in Baden-Baden erhielt er Kontakt zum Film.

Am 9. April 1912 schloss er einen Vertrag mit der Bioskop-Filmgesellschaft und gab seinen Einstand vor der Kamera in dem Publikumserfolg „Madeleine“. Bald wurde er in der Rolle des „Detektivs Brown“ unter der Regie von Harry Piel bekannt. 1916 spielte er in „Dora Brandes“ und „Das Liebes-ABC“ an der Seite von Asta Nielsen und avancierte zum ersten deutschen Filmstar. Während des Ersten Weltkrieges fungierte er auch mehrmals als Regisseur und Produzent. Im letzten Kriegsjahr 1918 wurde Trautmann von staatlicher Seite, der Obersten Heeresleitung, im Rahmen einer Film-Propagandakompanie nach Skandinavien (Norwegen, Schweden, Finnland) entsandt.

Von 1924 bis 1932 war Trautmann nicht auf der Leinwand zu sehen, und er ging stattdessen als Vortragskünstler mit gleichfalls unterbeschäftigten Kollegen auf Tourneen. Kurz nach Anbruch der Tonfilmzeit erschien er wieder in einigen Nebenrollen. Sein frühes Anbiedern bei den Nationalsozialisten (Parteimitglied von Juni 1933 bis Oktober 1935) brachte Trautmann keinen Karriereschub im 3. Reich, sein Schauspielstil galt als hoffnungslos veraltet. Vom 13. Juli bis 12. Oktober 1935 wurde er wegen homosexueller Handlungen aufgrund von § 175 im KZ Columbia und im KZ Lichtenburg bei Torgau inhaftiert, anschließend folgte sein Ausschluss aus der Reichstheaterkammer und aus der Reichsfilmkammer. Trautmann hingegen nannte in seiner Emigration in der Schweiz vor der Fremdenpolizei vollkommen andere Gründe für seine Inhaftierung und bezeichnete sich als Opfer einer Denunziation.

Am 1. Dezember 1935 floh er in die Schweiz (Basel, Zürich, Bern), wo er erfolglos politisches Asyl beantragte, jedoch bis 1936 die Genehmigung für Teilnahmen an Vorträgen zur Filmgeschichte und an der Mitwirkung in Hörspielen erhielt. Zeitweilig (Februar 1937) reiste er mit seiner mutmaßlichen Lebensgefährtin Sybille Sabine Gräfin von Lerchenfeld nach Österreich aus. Als er im Frühjahr 1937 die Schweiz wieder verlassen musste, ordnete die Fremdenpolizei an, Trautmann, der in der Eidgenossenschaft zahlreiche Schulden gemacht hatte, nicht mehr wieder ins Land zu lassen. Ludwig Trautmann ging nach Paris und versuchte sich dort erneut mit Vorträgen über Filmgeschichte wie beispielsweise „Der Werdegang des deutschen Films“ finanziell über Wasser zu halten. 1939 kehrte er aber in das Deutsche Reich zurück. 1940 verbüßte er eine neue Haftstrafe von sechs Monaten wegen Verstoß gegen § 175.

Nach Kriegsende spielte er an der Volksbühne Berlin und erhielt noch einige wenige Filmrollen angeboten. Er starb nach langem Leiden in einem Krankenhaus in Berlin-Schöneberg. Sein Grab auf dem dortigen Friedhof wurde eingeebnet.

Filmografie (Auswahl)

  • 1912: Madeleine
  • 1912: Der Triumph des Todes
  • 1913: Die Millionenmine
  • 1913: Seelenadel
  • 1913: Die schwarze Natter
  • 1913: Menschen und Masken
  • 1913: Harakiri
  • 1913: Erblich belastet?
  • 1914: Der Pfarrer von Kirchfeld
  • 1915: Der Katzensteg
  • 1915: Der gestreifte Domino
  • 1915: Die große Wette
  • 1915: Der geheimnisvolle Wanderer
  • 1916: Dora Brandes
  • 1916: Das Liebes-ABC
  • 1916: Das lebende Rätsel
  • 1917: Die Ehe der Luise Rohrbach
  • 1917: Der Erbe von Het Steen
  • 1917: Bobby als Amor
  • 1918: Ferdinand Lassalle – Des Volkstribunen Glück und Ende
  • 1922: Marie Antoinette – Das Leben einer Königin
  • 1922: Das Logierhaus für Gentleman
  • 1924: Professor Nardi
  • 1932: Die elf Schill’schen Offiziere
  • 1932: Theodor Körner
  • 1932: Trenck
  • 1933: Der Choral von Leuthen
  • 1934: Ein Mann will nach Deutschland
  • 1934: Seine beste Erfindung
  • 1935: Das Mädchen Johanna
  • 1935: Barcarole
  • 1935: Ein idealer Gatte
  • 1952: Postlagernd Turteltaube
  • 1953: Briefträger Müller
  • 1955: Robert Mayer – Der Arzt aus Heilbronn
Quelle: Wikipedia

Das Konzentrationslager Columbia (kurz: KZ Columbia oder K.L. Columbia, auch bekannt als KZ Columbia-Haus oder nur Columbia-Haus, eine seltenere Schreibweise war KZ Columbiahaus) war ein nationalsozialistisches Konzentrationslager am nördlichen Rand des Tempelhofer Feldes im Berliner Ortsteil Kreuzberg.

Das Gebäude wurde um 1900 als Militärstrafanstalt an der damaligen Prinz-August-von-Württemberg-Straße (seit 1929: Columbiastraße, seit 1950: Columbiadamm) errichtet und ab 1933 zunächst als Gestapo-Gefängnis benutzt. Das eigentliche Konzentrationslager wurde am 27. Dezember 1934 eröffnet und bestand offiziell bis zum 5. November 1936. Durch seine Lage nahe der Berliner Innenstadt waren viele prominente Persönlichkeiten des politischen Lebens im Columbia-Haus inhaftiert.

… ab November 1934 wurden zunehmend homosexuelle Männer und Jungen eingeliefert. Da viele der Jungen als „Sexarbeiter“ tätig waren sowie häufig auch als Diebe, Einbrecher oder Hehler „arbeiteten“, nahm mit ihren Verhaftungen auch die Zahl der als sogenannte „Asoziale“ verhafteten Jungen und Männer deutlich zu. Ab 1935 warteten Hunderte Männer, denen „Unzucht mit Männern“, „Kuppelei mit Jungen“, oder „Unzucht mit Schutzbefohlenen oder Minderjährigen“ vorgeworfen wurde, auf ihren Prozess. Unter den Männern waren HJ-Jungen, Pfadfinder, evangelische und katholische Geistliche und sogar Beamte. Es steht zu vermuten, dass angesichts der propagierten restriktiven Sexualmoral im NS-Staat der Vorwurf vor allem zur Disziplinierung und Überwachung der Bevölkerung diente. Zudem konnten Konkurrenten um politische Posten denunziert oder bequem Eigentum der katholischen Kirche beschlagnahmt werden.

Quelle: Wikipedia | Link: www.columbiahaus.de
VERMISCHTES / NETZWERK

Laut der BZ vom 18. Juli 2013 wurden auch Prominente wie der Kabarettist Werner Finck wurden dort gefangen gehalten.