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Verebes Ernst

Ernö Verebes (auch Ernst Verebes; * 6. Dezember 1902 in New York City; † 13. Juni 1971 in Los Angeles) war ein Schauspieler und Sänger, der zeitweise in Ungarn, Deutschland und den USA lebte und arbeitete.

Leben

Ernö Verebes wurde zwar Anfang des vergangenen Jahrhunderts in New York geboren, doch kehrte seine als Einwanderer in die USA gekommene Familie 1914 nach Ungarn zurück. Nach einer Ausbildung an der Theater-Akademie in Budapest und Auftritten als Bühnendarsteller startete Verebes 1922 in dem Film A hetedik Fatyol seine Karriere als Filmschauspieler. Schon bald wurde er (unter dem Namen Ernst Verebes) auch in deutschen Stummfilmen ein gefragter und beliebter Protagonist. 1928 war Verebes in dem großformatigen Buch Filmkünstler. Wir über uns selbst vertreten. In einem amüsanten Beitrag bekannte er: „Eleganten Humor im Film zum Ausdruck zu bringen, die Leute dazu zu bringen, dass ein herzliches Gelächter aus ihren perlenweißen Chlorodontzähnen dringt, halte ich für meine Aufgabe im Film.“

Verebes war einer jener Darsteller, die aufgrund ihrer Stimme und Ausstrahlung den Übergang zum Tonfilm nahtlos bewältigten. Er war in der Folgezeit in zahlreichen Musik- und Unterhaltungsfilmen zu sehen, u. a. in „Va Banque“ (an der Seite von Gustaf Gründgens und Lil Dagover), der Filmoperette „Das Blaue vom Himmel“ (Musik Paul Abraham, Drehbuch Billy Wilder), der Komödie „Geheimnis der roten Katze“ und den Operettenverfilmungen „Gräfin Mariza“ (Musik Emmerich Kálmán), „Viktoria und ihr Husar“ und „Die Blume von Hawaii“ (Musik jeweils Paul Abraham).

Ab 1933

Bis 1933 folgte Film auf Film, dann musste der Schauspieler nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten emigrieren. Er ging in sein Geburtsland USA und konnte dort unter seinem alten Namen Ernö Verebes weiter beim Film arbeiten, allerdings meist in kleineren Rollen. Er erreichte nie mehr die Beliebtheit, derer er sich in Europa erfreut hatte. War Verebes in Deutschland und Ungarn oft in der Rolle des Adeligen oder des Offiziers zu sehen, so wurde er jetzt oft als typischer Deutscher oder gar als SS-Offizier besetzt. Eine Ausnahme bildete seine Rolle als Inspizient in Ernst Lubitschs Film „Sein oder Nichtsein“.

Ernst Verebes heiratete 1943 die Filmschauspielerin Trude Berlinger, die er aus ihrer Berliner Zeit und von gemeinsamen Dreharbeiten her kannte. Später betrieb er und Berliner ein Tierheim und bewirtschaftete in den 1950er Jahren neun Jahre lang mit ihr  zusammen die „Dos Parlmas Ranch“, die Baumwoll- und Dattelpalmenfarm des Schauspielers Ray Morgan, die in der kalifornischen Wüste bei San Diego nahe der mexikanischen Grenze lag.

Im September 1945 erhielt Ernö Verebes die Nachricht, dass seine Mutter Margit Verebes und seine Schwester Emmy Verebes 1944 in einem Internierungslager in Budapest während eines Luftangriffs der Alliierten getötet worden waren. Dies war besonders tragisch, da ihnen als amerikanischen Staatsbürgern die Deportation erspart geblieben war.

Nach dem Zweiten Weltkrieg drehte Verebes weiter in Unterhaltungsfilmen, allerdings wurden die Rollen immer bescheidener. So spielte er 1952 in der Verfilmung der Operette „Die lustige Witwe“ (Musik: Franz Lehár) einen Ober, ohne in der Liste der Schauspieler aufgeführt zu werden. Ähnlich ging es ihm 1953 in der Rolle des Prof. Alligari in „Houdini, der König des Varieté“. Er zog die Konsequenz und zog sich im Alter von nur 51 Jahren von der Filmarbeit zurück. Immerhin konnte er auf die beeindruckende Bilanz von gut 140 Filmrollen zurückblicken. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er, vom Filmgeschäft zurückgezogen, in Woodland Hills, Los Angeles.

Filmografie (Auswahl)

  • 1922: Der siebente Schleier (A hetedik Fatyol)
  • 1925: Qualen der Nacht
  • 1925: Der Mann im Sattel
  • 1925: Gräfin Mariza
  • 1926: Dürfen wir schweigen?
  • 1926: Les Voleurs de gloire
  • 1926: An der schönen blauen Donau
  • 1926: Der Veilchenfresser
  • 1926: Die Tragödie einer Ehe
  • 1927: Der Bettelstudent
  • 1927: Bigamie
  • 1927: Der Geisterzug
  • 1929: Das Land ohne Frauen
  • 1930: Zapfenstreich am Rhein
  • 1930: Va Banque
  • 1930: Die große Sehnsucht
  • 1930: Das Lied ist aus
  • 1930: Delikatessen
  • 1930: In Wien hab’ ich einmal ein Mädel geliebt
  • 1930: Die Czikosbaroneß
  • 1930: Va banque
  • 1930: Tingel-Tangel
  • 1930: Ein Tango für Dich
  • 1930: Die große Sehnsucht
  • 1930: Die Marquise von Pompadour
  • 1931: Zwei in einem Auto
  • 1931: Die verliebte Firma
  • 1931: Das Geheimnis der roten Katze
  • 1931: Viktoria und ihr Husar
  • 1931: Um eine Nasenlänge
  • 1931: Der Tanzhusar
  • 1931: Trara um Liebe
  • 1931: Die Faschingsfee
  • 1931: Walzerparadies
  • 1931: Wenn die Soldaten
  • 1931: Jeder fragt nach Erika
  • 1931: Mein Herz sehnt sich nach Liebe
  • 1932: Es wird schon wieder besser
  • 1932: Gräfin Mariza
  • 1932: Das Blaue vom Himmel
  • 1932: Es geht um Alles
  • 1932: Die verliebte Firma
  • 1932: Es war einmal ein Walzer
  • 1932: Traum von Schönbrunn
  • 1933: Die Blume von Hawaii
  • 1933: Es war einmal ein Musikus
  • 1934: Ende schlecht, alles gut
  • 1935: Ez a villa eladó
  • 1935: Kleine Mutti
  • 1935: 4½ Musketiere
  • 1935: Katharina die Letzte
  • 1938: A Desperate Adventure
  • 1940: Bitter Sweet
  • 1942: Sabotageauftrag Berlin (Desperate Journey)
  • 1942: Sein oder Nichtsein (To Be Or Not to Be)
  • 1943: The Strange Death of Adolf Hitler
  • 1943: Gefährliche Flitterwochen (Above Suspicion)
  • 1944: None Shall Escape
  • 1944: The Hitler Gang
  • 1944: The Climax
  • 1946: Tangier
  • 1947: Ich kann mein Herz nur einmal verschenken (Northwest Outpost)
  • 1950: Captain Carey, U.S.A.
  • 1952: Die lustige Witwe (The Merry Widow)
  • 1953: Houdini, der König des Varieté (Houdini)
Quelle: Wikipedia
MEDIEN

Ausschnitte aus „Die Blume von Hawaii“ (1933)

VERMISCHTES / NETZWERK

Ernst Verebes heiratete 1943 die Filmschauspielerin Trude Berlinger, die er aus ihrer Berliner Zeit und von gemeinsamen Dreharbeiten her kannte. Später betrieb er und Berliner ein Tierheim und bewirtschaftete in den 1950er Jahren neun Jahre lang mit ihr  zusammen die „Dos Parlmas Ranch“, die Baumwoll- und Dattelpalmenfarm des Schauspielers Ray Morgan, die in der kalifornischen Wüste bei San Diego nahe der mexikanischen Grenze lag.